#Handlungskonzept Neuss-Erfttal #Zukunftswerkstatt 2001 - Ein Votum für Erfttal

1. 1999/2000
1999 wurde seitens der Stadt Neuss in Kooperation mit Sozialdienst Kath. Männer Neuss e.V. und dem Büro Pesch & Partner Herdecke ein integriertes Handlungskonzept (siehe oben) zur Stadtteilentwicklung in Erfttal erarbeitet.

Die fünf Handlungsfelder waren:
- Städtebau
- Wohnungsbau, Wohnungswirtschaft
- Soziale Infrastrukturen und Netzwerke
- Wirtschaft, Beschäftigung und Qualifizierung
- Gesundheit

Diese Handlungsfelder wurden in einem Beteiligungsprozess vor Ort umgesetzt. Voraussetzung für das Gelingen waren Identifikation, Eigenverantwortung und Mitwirkung der Bewohner Erfttals.

Jeder war aufgefordert mitzumachen.

2. 2001

2.1. Stadtteilfest „30 Jahre Erfttal“ der erste Schritt in Richtung Zukunft!
Mit einem Stadtteilfest begann am 12. Mai der Auftakt zur Umsetzung des vom Stadtrat am 25.02.2000 beschlossenen Stadtteilerneuerungsprozesses in Erfttal. Pünktlich zum 30jährigen Stadtteiljubiläum konnten die Stärken des Stadtteils, nämlich das vielfältige Vereinsleben, gute Nachbarschaft, Bürgerengagement und ein Netzwerk zahlreicher sozialer Einrichtungen, voll ausgeschöpft werden. Gemeinsam gelang es, für das Festprogramm vielfältige und abwechslungsreiche Stände mit bunten Angeboten für Jung & Alt auf die Beine zu stellen. Nicht zuletzt die ErfttalerInnen selbst trugen mit ihrem Engagement zu dem guten Gelingen bei. Die vielen verschiedenen selbstorganisierten Speisenstände spiegelten die nationale Vielfalt des Stadtteils wieder.

Am Samstag, dem 12. Mai, kamen dann auch bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche BesucherInnen und amüsierten sich bei internationaler Küche und gekühlten Getränken. Für die musikalische Unterhaltung des Stadtteilfestes sorgte ein buntes Musikprogramm, das am Nachmittag mit Beiträgen von Erfttaler Kindern und am Abend mit Darbietung von Sven West seine Highlights hatte.

Auf die gemeinsame Initiative der Trägerkonferenz Erfttal, des SKM Neuss und der Stadt Neuss hin, war ein Konzept zur Stadtteilerneuerung dem Rat vorgelegt worden. Nach Passieren des Rates übernahm Herr Bürgermeister Herbert Napp die Schirmherrschaft des gesamten Prozesses, der dann mit der Zukunftswerkstatt eine Woche nach dem Stadtteilfest einen weiteren Höhepunkt hatte.

2.2. Zukunftswerkstatt Erfttal 2001
Über hundert BürgerInnen, ExpertInnen aus der Verwaltung, VertreterInnen der Politik, Wohnungswirtschaft, Kirche, Einrichtungen, Vereinen und Initiativen fanden sich an diesem Wochenende zu einer Zukunftswerkstatt zusammen.

Die TeilnehmerInnen diskutierten in den für Erfttal wichtigen Handlungsfeldern gemeinsam Probleme und Schwierigkeiten des Stadtteiles, erarbeiteten Lösungsansätze und zeigten Wege für eine nachhaltige Entwicklung ihres Stadtteiles auf.

Die Werkstatt wurde moderiert von der Firma OpuS-Team-Consulting, Bielefeld; ein Künstler begleitete die Akteure über beide Tage und illustrierte Verlauf und Ergebnisse. Unterstützt wurde diese Veranstaltung am Samstagnachmittag durch ein Kinderplenum, an dem sich über 40 Kinder aktiv beteiligten und ihre Sicht der Dinge, Ihre Fragen und Probleme der Stadtverwaltung, Herrn Ersten Beigeordneten Peter Söhngen, vortrugen. Die Ergebnisse des Kinderplenums wurden direkt in die Zukunftswerkstatt eingespeist und spiegeln sich in vielen Punkten in den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt wieder.

Die in den vergangenen Monaten geleisteten Vorarbeiten (Arbeitsgruppen) wurden von der Werkstatt aufgegriffen. Diese Zwischenergebnisse und die gemeinsam vorgenommenen Feststellungen und Bewertungen von – für Erfttal wichtigen bzw. kritischen- Standortfaktoren, bildeten den Ausgangspunkt für eine angeregte, oft kritische aber konstruktive Diskussion und Erarbeitung in Arbeitsgruppen im Wechselspiel mit dem Plenum. Im Hinblick auf die Entwicklung Erfttals wurden insbesondere die Faktoren „Jugend in Erfttal“, „Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen“, aber auch die „Arbeit- und Beschäftigungssituation“ hervorgehoben.

Aus der Fülle der Ideen, Vorschlägen und Projekten verständigen sich die TeilnehmerInnen auf 15 Projekte, die den Kern des „Paketes Erfttal“ darstellen und für deren Umsetzung sich alle vertretenen Interessengruppen einsetzen werden. Für jedes Projekt wurden Patenschaften verbindlich festgelegt.

Die folgenden Projekte wurden von den TeilnehmerInnen der Zukunftswerkstatt herausgearbeitet und in dieser Reihenfolge favorisiert:

Rang Projekte in und für Erfttal: Das wollen wir zuerst!
1 Die Betreuung junger Menschen auf der Strasse
   Der Einsatz von Streetworkern
2 Die Stärkung der Nachbarschaft
   Gestaltung nationaler Abende
   "Ich lerne Deutsch“
3 Kinder von der Strasse!
4 Die Schulwerkstatt „Blitz“
4  Die Klinke
    Bewegte Eltern
5 Wohnen: Belegungsmanagement
6 Ein Dienstleistungszentrum für Erfttal
   Die Qualifizierung von Erfttaler Frauen
7 Die Modernisierung und Sanierung von Wohnungen
8 Die Verbesserung von Kinderspielplätzen im Stadtteil
9 Erfttal sichtbar machen: den Stadtteil sehen
   Open Air: den Stadtteil hören
9 Eine attraktive und funktionsfähige Ortsmitte für Erfttal
10 „Ich kann das!“ eine Werkstatthalle
11 Ordnungspatenschaften
12 Dreck-Weg-Aktion(en)
13 Erfahrungsbörsen für Jugendliche

2.3. Aktivitäten der Arbeitsgruppen nach der Zukunftswerkstatt Erfttal
Die Aktivitäten in der sogenannten „Permanenten Werkstatt“ konzentrierten sich auf insgesamt sechs Handlungsfelder:

Themenkomplex Kinder und Jugendliche
Integration und Nachbarschaft
Stadtteil-Image
Beschäftigung/Qualifizierung von Frauen in/aus Erfttal
Sicherheit und Ordnung
Ortsmitte Erfttal

Organisation und Koordination der folgenden vier Arbeitskreise:

Zentrum für Gemeinwesenarbeit, SKM Neuss

2.3.1. Themenkomplex Kinder und Jugendliche
In der Zukunftswerkstatt (ZW) im Mai sind zum Themenkomplex Kinder und Jugendliche verschiedene Ansätze zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil formuliert worden. Diese beinhalten laut Votum der ZW im wesentlichen vier Projekte:

- Betreuung junger Menschen auf der Straße – Streetworker
- Kinder von der Straße – Betreuungsangebote für tagesobdachlose Kinder
- Die Klinke/ Bewegte Eltern
- Kinderspielplätze den Kindern

Eine Untergruppe erarbeitete ein stadtteilspezifisches Konzept zur „Aufsuchenden Sozialarbeit“, der sog. „Streetwork“.

2.3.2. AG Integration und Nachbarschaft
Mit dem Votum der ZW werden drei Ansätze fokussiert:

- Angebot der Sprachkurse im Stadtteil ausbauen
- Kulturabende (Information/Kommunikation)
- Nachbarschaft unterstützen/initiieren

Sprachkurse
Das Sprachkursangebot im GWZ konnte nach der ZW erheblich erweitert werden. Hier ist es nicht zuletzt der guten Zusammenarbeit verschiedener Träger zu verdanken, dass drei weitere Kurse für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden können. Insgesamt finden derzeit 4 Deutschkurse statt, ein fünfter wird Mitte Oktober hinzukommen.

- AnfängerInnen, Nationalitäten gemischt (SKM)
- Fortgeschrittenen, Nationalitäten gemischt (SKM)
- Aussiedlerinnen, mit Kinderbetreuung (Caritas/Aussiedlerberatung)
- Türkische Frauen (Anfängerinnen) mit Kinderbetreuung (Caritas)
- Türkische Frauen (Fortgeschrittenen) mit Kinderbetreuung (Caritas)

Darüber hinaus findet ein Sprachkurs im DRK Kindergarten statt, in dem ausländische Eltern geschult werden.

Kulturabende
Eine erste Veranstaltung zur Integration hat am 20.10.01 im Bürgerzentrum stattgefunden. Die Gruppe der Russlanddeutschen hatte unter dem Motto „Wir stellen uns vor“ eingeladen. Die Veranstaltung war in erster Linie durch den Freundeskreis der Russlanddeutschen und der Landsmannschaft, Ortgruppe Neuss, mit viel persönlichen und auch finanziellem Einsatz vorbereitet worden. Im Programm standen neben dem ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte und Einzelbiographien russlanddeutscher Aussiedler und verschiedene Musikdarbietungen russlanddeutscher Musiker. Erinnert wurde auch an den Erlass zur Vertreibung und Zwangumsiedlung durch Stalin, der sich am 28.August diesen Jahres zum sechzigsten Mal jährte. Am Abend wurde noch zu Musik und Tanz eingeladen.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht und hat mit Sicherheit einen wichtigen Schritt in Richtung Integration der russlanddeutschen Aussiedler in Erfttal beigetragen. Wenn auch nur wenige Besucher anderer Bevölkerungsgruppen gekommen waren, so diente der erste „Kulturabend“ in Erfttal auf jeden Fall dem Ziel, Präsenz und Bewusstsein für die Gruppe der Russlanddeutschen zu schaffen.

Es gilt nun, den Dialog in der AG „Integration und Nachbarschaft“ aufrechtzuerhalten und gemeinsam weitere Kulturabende zu veranstalten.

Nachbarschaft unterstützen/initiieren
Verschiedene Mitglieder der AG berichteten aus eigenen Erfahrungen, wie schwierig es sein kann, nachbarschaftliche Beziehung herzustellen und positiv zu gestalten.

Erste Ansätze geschehen hierzu in der AG selbst. Der Dialog verschiedener Bewohner Erfttals und auch Vermietern ist ein gelungener Anknüpfungspunkt für weitere Gespräche und gemeinsame Aktionen. Denkbar wäre beispielsweise Innenhof- bzw. Straßenfeste für die BewohnerInnen zur Auflösung von Anonymität und Desinformation; zur Stiftung positiver Nachbarschaft.

2.3.3. AG Stadtteil-Image
Unter dem Motto Erfttal „hörbar und sichtbar“ zu machen, entwickelt die Arbeitsgruppe Stadtteil-Image ein Gesamtkonzept zum Stadtteilmarketing, in dem sich Erfttal unter anderem mit der Gesamtheit aller in der ZW erarbeiteten Projekte darstellet. Unter Mitwirkung von Herrn Mietzen, Amtsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Neuss, arbeitet die AG-Image derzeit an der Organisation eines Sport-Events, das regelmäßig in Erfttal stattfinden soll. Die Konzentration gilt der Zielgruppe Kinder und Jugendliche.

Denkbar wäre beispielsweise ein „Skater-Wettbewerb“ mit buntem Rahmenprogramm, an dem sich wie beim Stadtteilfest vom Mai alle Einrichtungen, Vereine etc. beteiligen könnten.

2.3.4. AG Dienstleistungszentrum und Beschäftigung für Frauen
Die Erfttaler Frauen des Arbeitskreises Beschäftigung treffen sich nach wie vor regelmäßig im Gemeinwesenzentrum. Ein erster Erfolg ist die Einrichtung eines Computerkurses für Frauen im Gemeinwesenzentrum.

Der SKM beabsichtigt, das im Votum für Erfttal geforderte Dienstleistungszentrum und die Beschäftigung von Frauen aus dem Stadtteil zu einem kleinen Teil bereits im Laufe des nächsten Jahres zu verwirklichen. Geplant ist die Besetzung der Info-Theke, die vormittags und an zwei Nachmittagen eine Art Empfang für die Besucher und Besucherinnen anbieten wird.

2.3.5. Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung“ der Trägerkonferenz Erfttal- ein Zwischenbericht verdeutlicht die Aktivitäten
Der Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung“ hat zahlreiche Themen erörtert und in seiner letzten Sitzung am 15.11.2001 unter starker Bürgerbeteiligung zu verschiedenen Punkten Beschlüsse gefasst. Nachfolgend einige der gefassten Beschlüsse (Auswahl) im Überblick:

„Ordnungs- und Sicherheitspartnerschaft“ zwischen Stadt (Ordnungsbehörde) und Polizei
Die Verwaltung soll mit der Kreispolizeibehörde Neuss eine umfassende „Sicherheits- und Ordnungspartnerschaft“ vereinbaren. Die Partnerschaft soll dadurch gekennzeichnet sein, dass die Zusammenarbeit der zuständigen Behörde zu einer stärkeren Präsenz von Polizei und Ordnungsbehörde und einer damit verbundenen besseren Ansprechbarkeit von erkennbaren Kräften der Beteiligten führt (Tag und Nacht)

Verkehrsituation Erfttal
Durch eine Verstärkung der Kontrollen sollte verkehrswidriges Verhalten konsequent geahndet werden. Die von Erfttaler BürgerInnen ausgearbeitete Expertise mit dem Titel „Gefährdungsbrennpunkte – Verkehrsituation Erfttal/ Erfttalwest“ (einschließlich Anregung Kreisverkehr zwischen Erfttal Ost und West) sowie die diskutierte Verlegung der Bushaltestelle Berghäuschensweg sollten städtischerseits umgehend dahingehend überprüft werden, ob und ggf. wie den beschriebenen Gefahrenpunkten wirkungsvoll begegnet werden kann.

Umweltschutz
Die Verwaltung sollte prüfen, wie die Zuständigkeit der verschiedenen städtischen Ämter im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung bzw. Reinhaltung der öffentlichen Wege, Straßen, Plätze und Parkanlagen (einschließlich Kinderspielplätzen) verbessert werden können, um so einen effektiveren Personaleinsatz zu gewährleisten.

Für den Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung“: Werner Schell, Harffer Str. 59, 41469 Neuss

2.3.6. AK Attraktive Ortsmitte
Unsere Gruppe erarbeitet bereits am Wochenende der ZW eine Vorstellung wie ein funktionsfähiger Marktplatz gestaltet werden könnte. Viele unserer Empfehlungen wurden nicht im Votum für die Entwicklung von Neuss-Erfttal aufgeführt.

Das Einkaufszentrum mit dem dahinterliegenden Fußgängerbereich, die Bedburger Straße und die Lechenicher Straße sollten in die attraktive Ortsmitte mit einbezogen werden.

Die Straßenbegrenzung rechts und links der Euskirchener Straße wird entfernt. Der Neusser Bauverein müsste sich entschließen das Haus Euskirchener Straße 20 abzureißen, zumal der Eingangsbereich äußerst problematisch ist. Dieses Haus erdrückt mit seinem massiven Baustil das Gesamtbild und die Mieter fühlen sich überhaupt nicht wohl. Rechts und links davon sind die Häuser nur 3- bzw. 4-geschossig, so dass ein großzügiger Platz entsteht. Hier könnte durchaus ein bis zwei Ladenlokale z.B. ein Drogeriemarkt im Bereich der Erdgeschosse gebaut werden.

Der jetzige Wochenmarkt kann dann auf die gegenüberliegende Seite des Einkaufzentrums verlagert werden und somit größer und attraktiver sein. Durch eine abwechslungsreiche Gestaltung werden Bezugspunkte geschaffen, die als Treffpunkt für Bevölkerung dient. Das gegenseitige Verständnis und damit die soziale Integration der Bürger werden gepflegt.

Leider steht unser Projekt bei der Planung und Umsetzung ganz weit hinten. Einzelne kleinere Maßnahmen könnten evtl. im Jahr 2002 realisiert werden. Der fließende Verkehr wird nicht unterbrochen.

Das Belegungsmanagement im Bereich aller Mietwohnungen, die Modernisierung und Sanierung der Mietwohnanlagen und auch der funktionsfähige Marktplatz sollte zeitnah durchgeführt und somit der größtmögliche Vorteil erzielt werden.

Für den Arbeitskreis : Helga Pollack

3. 2002
Unter Beteiligung verschiedener Akteure aus dem Stadtteil, der Stadt Neuss und anderer Kooperationspartnern, konnte im ersten Halbjahr 2002 verschiedene Erfolge im Werkstattverfahren zur Stadtteilerneuerung erzielt werden. Mit dem vom Rat genehmigten Sonderbudget Erfttal (s. Tabelle), ist ein Anfang gemacht, mit dem wir nicht alles in Angriff nehmen können, was wir uns vor einem Jahr in der Zukunftswerkstatt vorgenommen hatten, aber es ist eben ein Anfang- zum Beispiel:

Projekt

2002

2003

2004

Anmerkung

Ordnungspatenschaft

38.274,-

38.274,-

38.274,-

Sonderbudget Erfttal

Werkstattverfahren

13.600,-

13.600,-

 

Sonderbudget Erfttal

Betreuung junger Menschen auf der Straße

105.200,-

105.200,-

105.200,-

Sonderbudget Erfttal

Kinder von der Straße

6000,-

 

 

Sonderbudget Erfttal

Erfahrungsbörse für Jugendliche

2500,-

 

 

Sonderbudget Erfttal

Schulwerkstatt „Blitz“

30.670,-

30.670,-

 

Sonderbudget Erfttal

Sprachförderung

5000,-

 

 

Soziale Integration und Sprachförderung

Förderung kultureller Abende

3.900,-

1.300,-

 

Sonderbudget Erfttal

Summe

205.144,-

196.214,-

143.474,-

 



3.1. Streetwork
Die durch das Votum Erfttal so dringend geforderte Betreuung junger Menschen auf der Straße, wird mit der Einstellung zweier neuer KollegInnen zum 01.07.02 beim SKM endlich konkrete Formen annehmen. Der Erneuerungsprozess stand im 2. Halbjahr vor allem unter dem Zeichen der Aktivitäten der neuen Streetworker. Nachdem Margit Schrudde, Ridvan Ucar und Johann Seidenzahl ihre Arbeit im Juli aufgenommen haben, sind zahlreiche Kontakte zu Kindern und Jugendliche „auf der Strasse“ zustande gekommen. Vielfältige Angebote an und in den Bauwagen auf der Lechenicher Strasse und die persönliche Nähe und Ansprache erheben die Präsenz der Streetworker mittlerweile zur Institution. Wie wichtig und gewinnbringend die Straßensozialarbeit in Erfttal ist, zeigt sich jedoch nicht allein an der Vielzahl der Kinder, die die Streetworker an ihren Bauwagen aufsuchen. Wertvoll ist ebenso unter dem Gesichtspunkt Integration/Identifikation das niederschwellige Kontaktangebot an Jugendliche, die sich bislang kaum in pädagogische Konzepte einbinden ließen, aber sehr wohl in der Lage sind, Ihre Vorstellung und Wünsche zu den Angeboten im Stadtteil zu formulieren. Als hilfsreich wirken sich diese Kontakte auch für andere Einrichtungen und KollegInnen aus dem Stadtteil aus. So konnten gemeinsam mit den Streetworkern als „Türöffner“ wichtige Gespräche mit jugendlichen und in der Elternarbeit ermöglicht werden.

3.2. Schulwerkstatt
Die Schulwerkstatt „Blitz“ hat zu Beginn des Jahres ihre Pforten im Kontakt Erfttal geöffnet. Sie ist von den teilnehmenden Schülern gut angenommen worden. Auch die Zusammenarbeit mit der Hauptschule an der Gnadentaler Allee klappte gut. Vier der teilnehmenden SchülerInnen konnten inzwischen aufgrund ihrer Leistungsverbesserung in den regulären Unterricht zurückkehren.

3.3. Integration
Mit einem ersten Nachbarschaftsfest wurde am 20. September der Startschuss für eine Reihe verschiedener Aktionen zur Integration und Nachbarschaft in den Geschossbauten. Das Zentrum für Gemeinwesenarbeit veranstaltete gemeinsam mit dem „Freundeskreis der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion“ e.V., den Streetworkern und der Schwerte Verwaltungs- u. Vermietungsgesellschaft einen Grillnachmittag im Innenhof der Häuser Harffer Straße 96-102. Es kamen ca. 100 BewohnerInnen, die bis in den Abend hinein bei Fassbier, Grillwurst und mitgebrachten Salaten ins Gespräch kamen. Die Kosten konnten aus dem Sonderbudget Erfttal „Integration/Kulturelle Abende“ bestritten werden. Die Veranstalter verstehen die Aktion als „Anschub“ für selbsttragende Nachbarschaften.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Internationale Frauenkochgruppe
Einmal im Monat treffen sich im Zentrum für Gemeinwesenarbeit 12 Frauen aus 8 verschiedenen Nationen, um gemeinsam zu Kochen. Es werden Menues aus den einzelnen Ländern gekocht und gemeinsam gegessen. Dabei lernen die Frauen sich kennen, erfahren etwas über die unterschiedliche Zubereitungsart von Speisen und das Leben, Sitten und Gebräuche anderer Länder.

Spielplätze/Wohnumfeldverbesserung
Mit der Neugestaltung der Spielplätze und auch des Wohnumfeldes in Erfttal hat sich die AG Integration und Nachbarschaft beschäftigt. Noch in diesem Jahr sollen gemeinsam mit den Wohnungseigentümern und der Stadt Neuss unter Leitung der „Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung“ erste Aktionen mit der Bewohnerschaft, Kinder und Jugendlichen organisiert werden.

Sprachkurse
Im Zentrum für Gemeinwesenarbeit konnten mit den Geldern aus dem Sonderbudget die Sprachkursangebote für ausländische BewohnerInnen ausgebaut werden.

3.4. Stadtteilimage
Der AG Stadtteilimage ist es gelungen, für das Jahr 2002 ein landesweites Sport-hylight nach Erfttal zu holen. Zum Stadtteilfest am 29.6.02 fand der NRW-Cup in Erfttal statt – ein Halbmarathon auf Inlinern quer durch den Stadtteil! Wie auch im letzten Jahr ist das Stadtteilfest von den verschiedenen Erfttaler Einrichtungen gemeinsam veranstaltet worden.

4. 2003

4.1. Flankierende Maßnahmen
Im Werkstattverfahren der Arbeitsgruppen „Sicherheit & Ordnung“ und „Streetwork“ wurde ein ganzes Paket einzelner Maßnahmen unter Mitwirkung der Streetworker geschnürt, die im ersten Halbjahr 2003 umgesetzt wurden:

● Theaterprojekte an Schulen:
   o „Ich bin stark“ (Suchtprävention), Hauptschule Gnadentaler Allee
   o „Mein Körper gehört mir“ (Sexueller Missbrauch), Gebrüder-Grimm-Schule
● Unterstand auf Kirmesplatz, Selbstbauprojekt mit Jugendlichen und Streetworkern
● City-Max: Aktionen zur Sicherheit im Straßenverkehr
● Trainingskurse für Jugendliche: Deeskalation, Anti-Aggression, Körpersprache
● Soziale Mediation: Begegnung und Gespräch für Jugendliche und BewohnerInnen zur gegenseitigen Akzeptanz und Streitschlichtung.

4.2. Stadtteilfest am 28. Juni 2003- Sicherheit geht vor!
-Sicherheit geht vor!- unter diesem Motto stand das Erfttaler Stadtteilfest. Es gab wieder eine Reihe von Attraktionen zum Mitmachen und Spiel & Spaß für Jung und Alt. Neben den Ständen zum Thema: „Sicherheit geht vor“ wurde auf der großen Musikbühne fetzige Unterhaltung mit verschiedenen Live-Bands geboten. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: es gab eisgekühlte Getränke und internationale Speisen. Wie schon in den letzten Jahren wurde das Stadtteilfest auch 2003 von zahlreichen Einrichtungen Erfttals mitgestaltet.

Die Verkehrssicherheit wurde in Erfttal in den folgenden Monaten groß geschrieben.

Unterschiedlichste Aktionen fanden auf den Strassen, in den Einrichtungen und Vereinen zu den Themen

- Geschwindigkeit/Tempo 30
- Ausrüstung (Verkehrssicherheit von Fahrrädern, Lichtanlagen, Kleidung etc.)
- Rücksichtnahme
statt.

Mit Einzelmaßnahmen und Gemeinschaftsaktionen sollte für ein rücksichtsvolles Miteinander von Kindern, Jugendlichen, Senioren, Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern und Eltern im Straßenverkehr geworben werden.

Hier einige Beispiele:
- Tempo 30 Postkarten entwerfen
- Radarpistole (Geschwindigkeit schätzen)
- Lotsendienst
- Plakate malen
- Geschwindigkeitsmesser aufstellen

Daran beteiligen sich: Abenteuerspielplatz, Bewohner/Elterngruppen, Bürger- und Schützenverein, Clara-Fey-Kindergarten, DRK-Kindergarten, Ev, Kindertagesstätte, Gebrüder-Grimm-Schule, Kinderhort St.Cornelius, Kontakt Erfttal, Kreisverkehrsamt, Polizei, SG Erfttal, Streetworker, Verkehrsplanungsamt, Zentrum für Gemeinwesenarbeit.      

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